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Croian & Hein · Das Journal · Einen Keller verkaufen: Auktion, Händler oder privat
Schweiz · Praxis

Einen Keller verkaufen: Auktion, Händler, oder still.

September 20263 minCroian & Hein

Die meisten Keller werden schlecht verkauft, fast immer aus demselben Grund: der Verkäufer hat den Weg gewählt, bevor er das Inventar gemacht hat.

Ein Keller kommt aus drei Gründen auf den Markt: ein Erbgang, ein Umzug, oder die Einsicht mit siebzig, dass niemand vierhundert Flaschen trinken wird. In allen drei Fällen steht der Verkäufer unter Zeitdruck und weiss weniger als jene, mit denen er gleich verhandelt. Diese Notiz ist die andere Seite des Tisches.

Die drei Wege

Auktion. Das Haus katalogisiert, fotografiert, lagert und verkauft. Verkäuferkommission üblicherweise 10 bis 15%, bei einer grossen Einlieferung verhandelbar, dazu ein Aufgeld des Käufers von rund 20 bis 25%. Diese Spanne erklärt, weshalb eine Flasche den Käufer 1'000 Franken kostet und dem Verkäufer 700 bringt. Die Abrechnung folgt Wochen nach der Auktion. Zürich und Genf haben beide eine echte Auktionstradition für Wein.

Händler. Ein Angebot für alles, schnell bezahlt, deutlich unter Ladenpreis, weil der Händler Ware, Lager und Risiko trägt. Die Bequemlichkeit ist echt, der Abschlag auch.

Privatplatzierung. Ein Spezialist sucht den Käufer Flasche für Flasche. Das bringt am meisten und dauert am längsten, und es funktioniert nur mit dokumentierter Provenienz. Das ist unser Geschäft: nehmen Sie es als Offenlegung und nicht als Argument.

Die Vorbereitung, die den Preis macht

  1. Jede Flasche erfassen: Erzeuger, Cuvée, Jahrgang, Format, Anzahl.
  2. Füllhöhe notieren bei allem vor etwa 1990. Zwei Füllhöhen beim selben Jahrgang sind zwei Preise.
  3. Fotografieren: Etikett, Kapsel und Schulter frontal vor neutralem Hintergrund.
  4. Papiere suchen: Originalrechnungen, Speditionsunterlagen, Lagerauszüge. Provenienz ist der billigste

Wert, den Sie je hinzufügen.

  1. Originalkisten nicht öffnen. Eine verschlossene Kiste ist mehr wert als die zwölf Flaschen darin.
  2. Den Wein nicht zweimal bewegen. Jede Fahrt kostet Geld und Zustand.

Der teuerste Fehler, den wir sehen: ein Keller wird im August in einem ungekühlten Wagen abgeholt, um

anderswo fotografiert zu werden. Wochen später sind die Füllhöhen gesunken, und die Käufer sehen es.

Steuerliches, kurz

Allgemeine Information, im Einzelfall mit der eigenen Beratung und nach Kanton zu prüfen. Für eine in der Schweiz ansässige Privatperson ist der Gewinn aus dem Verkauf von privatem beweglichem Vermögen in der Regel nicht einkommenssteuerpflichtig, sofern die Tätigkeit nicht als gewerbsmässiger Handel gilt. Dagegen erfasst die kantonale Vermögenssteuer jährlich das bewegliche Vermögen, den Keller eingeschlossen, ob verkauft oder nicht. Die Erbschaftssteuer ist kantonal; direkte Nachkommen zahlen in den meisten Kantonen wenig oder nichts.

Häufige Fragen
Welche Kommission verlangt ein Auktionshaus vom Verkäufer?

Üblicherweise 10 bis 15% des Zuschlagspreises, bei grossen Einlieferungen verhandelbar, zuzüglich eines Käuferaufgelds von rund 20 bis 25%. Versicherung und Fotografie können hinzukommen.

Ist der Gewinn aus dem Verkauf einer Weinsammlung in der Schweiz steuerbar?

Für eine ansässige Privatperson ist der Gewinn auf privatem beweglichem Vermögen in der Regel nicht einkommenssteuerpflichtig, sofern kein gewerbsmässiger Handel vorliegt. Der Keller unterliegt gleichwohl der kantonalen Vermögenssteuer.

Womit beginnt man bei einem geerbten Keller?

Mit einem Inventar Flasche für Flasche, inklusive Erzeuger, Jahrgang, Format und Füllhöhe, und mit Fotografien, bevor der erste Käufer kontaktiert wird.